
Grundlagen Photoshop - Freistellungswerkzeug
Bereich: Adobe Photoshop -> Grundlagen Erstellt
von: Stefan

Mit dem Freistellungswerkzeug kann man Bilder schnell freistellen.
Dieser Vorgang wird hier genau erklärt. Außerdem gibt es Tipps zum
Einscannen von Bildern und deren Ausrichtung sowie zum Beheben von
stürzenden Linien (Gebäude kippen nach hinten).
Schritt 1:
Das Freistellungs-Werkzeug findest du in der Werkzeugpalette
bzw. durch das Klicken auf die C-Taste:

Schritt 2:
Um einen bestimmten Bereich freizustellen, wähle ich in meinem Beispiel
die Uhr aus. Der Bereich, der jetzt hell ist, wird freigestellt und
bleibt somit erhalten. Der etwas abgedunkelte Bereich (dies lässt sich
oben unter Deckkraft einstellen) wird danach komplett gelöscht, außer
die Option Ausblenden ist aktiviert. Solange ich noch nicht die
Entertaste gedrückt habe bzw. doppelt in den hellen Bereich
geklickt habe, kann ich die Größe des freizustellenden Bereiches
einstellen.

Schritt 3:
Ich habe jetzt mit der Enter-Taste die Freistellung bestätigt
und sehe den ausgewählten Bereich. Der Rest wurde komplett entfernt.

Schritt 4:
Natürlich habe ich sehr viele Einstellungsmöglichkeiten. Unter Breite
kann ich, wer hätte es gedacht, die Breite der freizustellenden Fläche
definieren. Unter Höhe, ist ja klar, die Höhe des freizustellenden
Bereiches. Bei Auflösung kann ich z. B. 300 Pixel/Zoll eingeben, damit
das Bild optimal für den Druck freigestellt wird. Aber aufgepasst:
Natürlich kann ich nicht bei einem 72 Pixel/Zoll - Bild ein 300
Pixel/Zoll - Bild mit guter Qualität verlangen,denn dann würde der
freizustellende Bereich einfach vergrößert (als ob ich unter Menü>Bild>Bildgröße
das Bild vergrößert hätte). Diese Größenangabe und Auflösung hilft
einem z. B. bei der richtigen Freistellung im Standard-Fotoformat 15x10
cm.

Schritt 5:
Das Resultat würde dann bei den zuvor eingestellten Werten wie folgt
aussehen (egal, wie groß ich jetzt den Bereich aufziehe, er hat immer
die Proportionen, die vorher definiert wurden).

Schritt 6:
In meinem Beispiel sieht der Turm so aus, als ob er nach hinten fallen
würde. Man nennt diesen Bildfehler auch stürzende Linien. Das passiert
meistens dann, wenn das Foto direkt von unten aufgenommen wurde und das
Haus sehr hoch ist. Zum Glück bietet mir Photoshop eine gute
Möglichkeit, diesen Fehler zu beheben. Dazu klicke ich das Häkchen bei Perspekt.
bearbeiten.

Schritt 7:
Jetzt kann ich durch die neue Option die beiden oberen Bereiche wie ein
Trapez zusammenziehen. Dabei orientiere ich mich an der Linie vom Turm
rechts.

Schritt 8:
Sobald ich die Eingabe mit der Enter-Taste bestätigt habe, ist
der Turm perfekt ausgerichtet. Es wurden zwar rechts und links ein paar
Pixel weggeschnitten, dafür aber fällt der Turm nicht mehr nach hinten.

Schritt 9:
Genial ist das Freistellungswerkzeug auch für das Ausrichten
von eingescannten Fotos. Dazu scanne ich mir jetzt als Beispiel meine
Visitenkarte ein. Unter Datei>Importieren>CanonScan kann
ich das Scanmodul starten.

Schritt 10:
Wie Du siehst, habe ich die Visitenkarte ganz locker und ohne drauf zu
achten einfach auf die Scanoberfläche gelegt. Importiert wird das Bild
in 300 dpi, damit es auch eine gute Qualität hat.

Schritt 11:
Die Visitenkarte ist jetzt sehr schräg eingefügt. Mit dem Freistellungswerkzeug
werde ich diese jetzt freistellen und dabei gleichzeitig gerade
ausrichten.

Schritt 12:
Dazu markiere ich erst einmal mit dem Freistellungswerkzeug den
gesamten Bereich. Danach drehe ich, ohne vorher die Eingabe zu
bestätigen, die Auswahl und verkleinere sie so, dass nur noch die
Visitenkarte ausgewählt ist.

Schritt 13:
Jetzt nur noch mit einem Doppelklick bestätigen. Wunderbar ...
die Visitenkarte wurde perfekt zugeschnitten und gleichzeitig gerade
ausgerichtet.

Schritt 14:
Jetzt noch ein wenig Theorie. Beim Freistellungswerkzeug bleibt
immer nur der ausgewählte Bereich erhalten. Ich verdeutliche das am
besten, indem ich erst einmal die Hintergrundebene mit einem Doppelklick
auf "Hintergrund" in der Ebenenpalette zu einer normalen Ebene umforme.

Schritt 15:
Wenn ich jetzt den Bereich wie gewohnt auswähle ...

Schritt 16:
... wird vom Bild alles abgeschnitten. Es bleibt nur der sichtbare
Bereich übrig. Ich kann das Bild jetzt verschieben, wie ich möchte, die
restlichen Pixel sind weg.

Schritt 17:
Für dieses "Problem" gibt es Abhilfe. Ich kann durch Anklicken der
Option Ausblenden dafür sorgen, dass zwar das Bild freigestellt
und die Arbeitsfläche gleichzeitig daraufhin von der Größe angepasst
wird, aber in diesem Fall werden beim Verschieben die restlichen
ausgeblendeten Pixel angezeigt.

Schritt 18:
In diesem Screenshot sieht man die Funktionsweise sehr deutlich. Ich
kann das Bild jetzt hin- und herschieben, alle Pixel sind noch da. Nur
die Arbeitsfläche wurde entsprechend verkleinert. Einziger Nachteil: die
PSD-Datei wird nicht kleiner, weil auch die ausgeblendeten Pixel
mitgespeichert werden müssen.

Schritt 19:
Und zum Abschluss noch ein Tipp: Ich kann mit dem Freistellungswerkzeug
die Arbeitsfläche nicht nur verkleinern, sondern auch vergrößern. Dazu
wähle ich erst das komplette Bild mit dem Freistellungswerkzeug
aus, und dann ziehe ich an den Anfasserpunkten die Fläche größer!

Schritt 20:
Nur noch schnell die Eingabe bestätigen und schon habe ich eine größere
Arbeitsfläche. Die dazugewonnenen Pixel nehmen automatisch die
Hintergrundfarbe an.

Schritt 21:
Der untere Teil, der im Beispiel rot ist, wurde mit einer roten
Hintergrundfarbe vergrößert. Ich kann die Hintergrundebene auch mit
einem Doppelklick zu einer normalen Ebene umwandeln.

Schritt 22:
Wenn ich dann die Fläche größer ziehe, wird der neue Bereich
transparent.

|
|